Usagi Yojimbo: Falscher Hase verschenkt Potenzial

Usagi Yojimbo: Falscher Hase verschenkt Potenzial

Wie sehr ich mich über die Ankündigung des ersten Usagi Yojimbo Spiels seit 25 Jahren gefreut habe. Wie gerne ich dieses Spiel geliebt hätte und wie wenig Verständnis ich für diese üble Umsetzung habe. Ehrlich gesagt, bin ich stinksauer! Warum? Weil Usagi Yojimbo von Stan Sakai zu meinen All-Time-Favorite Comicserien gehört und nach 25 Jahren ein besseres Spiel verdient hätte.

Google+ 2 Facebook 0 Twitter 0

Usagi Yojimbo: Way of the Ronin ist für iPad und iPhone erhältlich. Allerdings solltet ihr die Finger davon lassen – das Game spielt sich wie ein nasser Sack. Um fair zu bleiben, bereits nach maximal fünf Minuten hatte ich die von mir bezahlten 1,79 Euro abgeschrieben, den Kanal voll und das Spiel wieder gelöscht. Das ist schade, denn eigentlich sieht der 2D-Sidescroller super aus und fügt sich aufgrund der Mitarbeit von Schöpfer Stan Sakai visuell prächtig in die Comicserie ein.

Geh mir weg mit Onscreen-Steuerkreuzen

Ich bin kein großer Freund von Onscreen-Steuerkreuz und Buttons auf iOS-Geräten, aber wenn die Steuerung so schlecht umgesetzt ist wie bei Way of the Ronin fehlt mir wirklich die Geduld. Aus diesem Grund gibt es auch kein ausführliches Review zum Spiel, sondern einfach ein paar Hintergrundinformationen zu dem charmanten Leibwächter-Hasen (so lässt sich Usagi Yojimbo nämlich grob aus dem Japanischen übersetzen). Eigentlich wollte ich zu Way of the Ronin auch meinen zweiten Screencast erstellen, aber aufgrund der persönlichen Beleidigung in Form dieses Spiels verlinke ich einfach ein Video zum Usagi-Game aus dem Jahr 1988. Samurai Warrior Usagi Yojimbo für den C64 ist nämlich trotz des stolzen Alters von 25 Jahren um Längen besser als Usagi Yojimbo: Way of the Ronin aus dem Jahr 2013.

Usagi Yojimbo: Der wohl coolste Ronin Hase aus Japan

Wie man unschwer erkennen kann handelt es sich bei Usagi Yojimbo um eine Comicfigur. Geistiger Vater des taffen Hasen ist US-Zeichner Stan Sakai, der seine Geschichten den Erlebnissen eines Ronin im Japan des 17. Jahrhunderts widmet. Ein Ronin ist ein herrenloser Samurai und als solcher reist Usagi durch das Land und kommt dabei immer wieder in brenzlige Situationen. Nicht nur der Protagonist der Serie entstammt dem Tierreich – auch alle anderen Figuren sind Tiere. Die Comicserie ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Der Leser lernt gleich noch etwas über japanische Geschichte, Mythologie und Literatur. Viele der Charaktere sind nämlich historischen Persönlichkeiten oder mythischen Wesen nachempfunden. Usagi selbst ist zum Beispiel an den legendären Samurai Miyamoto Musashi aus der Edo-Periode angelehnt.

Sakai bedient sich neben historischen Quellen auch gewisser Aspekte aus der japanischen Popkultur. So finden sich immer wieder Hinweise auf Filme und TV-Serien. Beispiele hierfür sind Zatoichi, Godzilla oder auch Okami. Usagi Yojimbo hatte sogar den ein oder anderen Gastauftritt bei den Teenage Mutant Ninja Turtles und hat es in einer Mini-Serie (Space Usagi) darüber hinaus ins Weltall geschafft.

Abschließend doch noch mal zu Usagi Yojimbo: Way of the Ronin: angespielt habe ich das Game auf dem iPad. Wie oben beschrieben ging das gar nicht. Ich werde dem Ganzen sicherlich irgendwann auf dem iPhone noch eine Chance einräumen – in der Hoffnung, dass sich die App auf dem kleineren Screen besser steuern lässt. In jedem Fall dürften sich nur eingefleischte Fans der Comics für dieses Spiel begeistern können – wenn überhaupt.