Dead Trigger: Hochaufgelöste Zombie-Pracht

Dead Trigger: Hochaufgelöste Zombie-Pracht

Ein Zombie-Spiel auf iOS? Nein, lass’ mal lieber. Ist doch sicher wieder nur ein nerviges, dummes Casual-Game mit Untoten. Diese Aussage hätte ich bis vor kurzem zu hundert Prozent unterschrieben. Seit ein paar Wochen jedoch durchbricht Madfinger Games diesen Nimbus und präsentiert mit Dead Trigger den vielleicht ambitioniertesten Versuch, einen waschechten Shooter mit Zombie-Setting auf die mobilen Plattformen (iOS / Android) zu hieven. Und der Versuch ist, wenn auch mit Einschränkungen, durchaus gelungen.

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Dead Trigger sieht insbesondere auf dem neuen iPad atemberaubend gut aus. Wir sprechen hier von einem Grafik-Level, das bisweilen Xbox- und PS3-Niveau erreicht. Tolle Lichteffekte, hochauflösende Texturen, cool gestalte Zombies, wunderschöne Details wie Staubpartikel in der Luft – einfach Wahnsinn, was auf dem neuen iPad an Grafikpracht bereits möglich ist. Allein die Technik ist ein Grund, sich Dead Trigger zumindest mal anzuschauen.

Das Spiel selbst ist simpel gestrickt, die Story schnell erzählt: Nach Ausbruch der Zombie-Apokalypse ist man als Teil einer Überlebenden-Gruppe dafür verantwortlich, spezielle Aufträge zu erfüllen. Gebiete von Untoten säubern, Pakete finden und zu einem speziellen Ort bringen oder Ausgänge, Versorgungswege und Transporter beschützen. Zwar gibt es auch Story-Missionen, die unterscheiden sich aber kaum von den Standard-Aufgaben. Zudem sind die Level oft sehr identisch. Es gibt eine handvoll unterschiedlicher Settings wie ein Kaufhaus-Foyer, eine Tiefgarage oder ein Hinterhof. Eine packende Dramaturgie entsteht so leider nicht, dafür sind die Missionen zu statisch, die Aufträge zu ähnlich, das Leveldesign zu dürftig.

Steuerung und so

Die Steuerung geht erstaunlich gut von der Hand – was ich nicht unbedingt erwartet hätte. Bisher waren Ego-Shooter auf iOS ein No-Go für mich. Entweder, weil es sich wie bei Doom: Resurrection um Railshooter handelt – die bei mir die Spannung einer Vorabendserie aufkommen lassen. Oder, weil die Steuerung so schwammig ist, dass man sich meist kaum in der Lage sieht, etwas zu treffen, Spielspaß: Fehlanzeige.

Die Steuerung in Dead Trigger hingegen funktioniert erstaunlich gut. Auf der rechten Seite des Displays ist ein virtuelles Steuerkreuz für die Bewegung platziert, auf der linken Seite eines für die Kamera vorgesehen. Das Kontroll-Schema ähnelt also dem eines Konsolen-Controllers. Weit weg von punktgenauer Steuerung, funktioniert das Bewegen, Umsehen und Zielen dennoch mehr als zufriedenstellend. Das Kontroll-Schema ist auf iOS zwar nicht unbedingt neu, sorgt im Zusammenspiel mit der Grafikpracht allerdings für ein wirklich gutes Shooter-Erlebnis.

Freies Spiel, gekaufte Waffen

Dead Trigger ist mittlerweile ein echter Free-2-Play-Titel. Kostete das Game anfangs noch 79 Cent auf iOS, haben sich die Entwickler mittlerweile dazu entschlossen, den Titel kostenlos anzubieten. Dafür werden die Spieler an anderer Stelle zur Kasse gebeten: Waffen, Upgrades, nützliche Gegenstände wie Medi-Packs, Item- und Waffenslots – vieles lässt sich zwar freispielen. Wer jedoch nicht so geduldig ist, kauft per In-App-Kauf einfach Spielgeld und schlägt zu.

Tech-Demo für umme

Dead Trigger ist eine beeindruckende Tech-Demo in Sachen Grafikleistung des neuen iPad. Und eine Demonstration dafür, dass Shooter per Touchsteuerung durchaus vernünftig steuerbar sind. Was dem Titel fehlt, ist der dramaturgische Tiefgang, kurz: eine Story und ein durchdachtes Leveldesign, die das Technikspektakel umrahmen und Dead Trigger zu einem vollwertigen Spiel machen. Der Anfang ist aber gemacht, die Technik steht. Core-Games, ick hör’ dir trabsen.