European War 3: Dem Feldherrn gefällt das

European War 3: Dem Feldherrn gefällt das

Man kann viele schöne Dinge in seiner Freizeit machen – zum Beispiel Europa, Südostasien oder Nordamerika mit Krieg überziehen. Klingt doch entspannend, oder? Herrlich, herrlich. Mal ein paar Infanteristen in den Tod schicken, Reiter gegen Maschinengewehre antreten lassen und mit Luftangriffen Städte sturmreif schießen. Und was macht ihr so?

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Okay, ja: Dieser überaus lustige und intelligente Artikeleinstieg ist der Versuch, etwas Originelles über das Spiel “European War 3″ zu schreiben. Das ist ein Strategiespiel, das eng an seine Brettspielvorfahren angelehnt ist – soweit ich das beurteilen kann. Was ich beurteilen kann: Das es hübsch gemacht ist und mich tatsächlich für eine ganze Weile ans iPad zu fesseln wusste.

Es ist das perfekte Strategiespiel für alle, die keine Lust auf eine lange Lernphase haben, sondern einfach loslegen wollen. Und mir geht das meistens so ;)

In dem Spiel hat man mit Europa, Nordamerika und Südostasien drei Regionen zur Auswahl. Hier kann man sich dann beispielsweise wiederum für ein bestimmtes Szenario entscheiden, das einem historischen Vorbild nachempfunden ist, wie die Schlacht von Verdun. Man wählt noch aus, welche Seite man vertritt und dann geht es auch schon los. Bei anderen Spielmodi übernimmt man die Rolle eines Landes und muss sich gegen ein anderes verteidigen. Oder aber man versucht die gesamte Region unter die eigene Kontrolle zu bringen. Alles in allem sind sich diese verschiedenen Spielmodi aber alle sehr ähnlich.

Das Gelände ist in unregelmäßige Felder aufgeteilt und nicht etwa in Vielecke, wie man es beispielswese von Civilization etc. kennt. Man hat verschiedene Truppen von der einfachen Infanterie bis zum Schlachtkreuzer zur Verfügung, die sich jeweils in Angriffstärke, Verteidigungsfähigkeit und Beweglichkeit unterscheiden. Bis zu vier Einheiten kann man an Land auf einem Abschnitt platzieren und auch deren Reihenfolge bestimmen, nach der sie vom Feind angegriffen werden können, was bisweilen ein wichtiges taktisches Mittel ist.

Man startet immer mit dem jeweiligen Land und einer Armee, die auch schon auf dem Spielfeld platziert ist. Von da aus geht es dann los. Man baut also nicht erst etwas auf.

Ein Spielmodus sind Szenarien nach historischen Vorbildern.

Im Gegensatz zu Civilization muss man sich auch überhaupt nicht um die Entwicklung der Städte oder ähnliches kümmern. Es geht allein darum, seine Truppen passend zu organisieren. Pro Runde bekommt man Geld und Technikpunkte hinzu, die wiederum bestimmen, was man in der Runde neu hinzufügen oder an sonstigen Aktionen auslösen kann. So gibt es Spielkarten, um eine beschädigte Einheit wieder auf volle Kraft zu bringen oder alle Einheiten im Rang zu befördern, was ihre Kampfstärke erhöht. Man kann Städte und Industrie auf eine höhere Stufe bringen oder ganz neu anlegen – das sind die Orte, an denen neue Truppen erscheinen. Man kann darüber die Angriffs- und Verteidigungsfähigkeiten einzelner Einheiten erhöhen oder Geländeabschnitte mit Verteidigungsanlagen sichern.

Geht man zum Angriff über, kommt der Brettspielcharakter noch deutlicher durch: Die beiden Truppen stehen sich mit ihren jeweiligen Stärkewerten gegenüber und der Ausgang wird ausgewürfelt. Neben taktischem Geschick braucht man also manchmal auch Würfelglück.

Wahrscheinlich klingt die Erklärung hier recht kompliziert, aber tatsächlich habe ich mich recht bald in dem Spiel zurechtgefunden, obwohl das integrierte Tutorial sehr dürftig ist und nur die ganz grundsätzlichen Dinge erklärt, also bspw. wie man überhaupt eine Einheite von einem Ort zum anderen bewegt. Taktische Finessen muss man hingegen selbst rausfinden oder eben schon mitbringen ;)

Insofern ist das Spiel nur bedingt einsteigerfreundlich. So mancher iTunes-Kommentar bemängelt daher auch ein fehlendes Tutorial. Ich bin nun aber auch kein Strategie-Profi und habe es trotzdem hinbekommen und meinen Spaß daran gehabt. Am Anfang empfiehlt es sich aus meiner Sicht, die Rolle des stärksten Landes im jeweiligen Konflikt zu übernehmen, was man an der Zahl der Sterne in den Flaggen bei der Auswahl erkennt. Damit hat man eine gute Ausgangsposition und wird nicht gleich frustriert.

Reiter können auch gegen Schiffe kämpfen. Um Realismus geht es nicht unbedingt ;)

Hat man sich einmal reingefuchst, eignet sich das Spiel jedenfalls ganz wunderbar für den kleinen Krieg zwischendurch. Ein Szenario hat man beispielsweise in etwa anderthalb Stunden geschafft. Manche dauern auch länger. An die Eroberung einer ganzen Region habe ich mich noch nicht gewagt, denn eine Sache nervt mich doch etwas: Es reicht nicht, alle Truppen des Feindes zu besiegen. Man muss stattdessen tatsächlich jedes Feld des Gegners einmal mit den eigenen Truppen durchwandert und damit erobert haben. Das ist nicht nur logisch gesehen Quatsch, das kann bei einem Gegner wie Russland oder China angesichts der großen Fläche dann auch einfach langwierig werden und ist schlichtweg unnötig.

Alles in allem ist “European War 3″ jetzt sicher keine “Strategie-Referenz” oder ähnliches. Spezialisten sind zum Beispiel wohl besser bei Battle Academy aufgehoben. Es hat mich aber gut unterhalten und ich kann es mit den genannten Einschränkungen weiterempfehlen. Zudem bekommt man es für kleines Geld – 2,39 Euro regulär, immer mal wieder auch als Sonderangebot für 0,79 Euro.

Notiz am Rande: “European War 3″ kommt interessanterweise von einer Spieleschmiede aus China. Das ist zumindest mir vorher noch nicht begegnet oder ich habe es nicht mitbekommen ;)

European War 3 in den App Stores

European War 3 gibt es in Versionen für iPhone/iPod touch, iPad und den Mac. Ich habe es auf einem Pad 1 gespielt.

European War 3
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Download @
App Store
Entwickler: EASY Inc.
Preis: 0,49 €


European War 3
European War 3
Download @
Mac App Store
Entwickler: EASY Inc.
Preis: 3,49 €

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