Knights of Pen&Paper: RPG-Nerds aufgemerkt – der Name ist Programm

Knights of Pen&Paper: RPG-Nerds aufgemerkt – der Name ist Programm

Ein Pixel-RPG für iOS und Android will den Spieler zurück in die Zeit der mit Stift und Papier bewaffneten Recken schicken. Knights of Pen&Paper trägt dieses Motto nicht nur im Namen, sondern selbigem auch in Sachen Gameplay Rechnung.

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Schon lange vor Final Fantasy, Ultima und WoW – ach was sage ich, lange vor wirklich erfolgreichen Computerspielen – gab es Rollenspiele. RPG kannte man damals nur im Zusammenspiel mit Pen&Paper. Ältere Semester werden sich noch an DSA, AD&D, Shadowrun und ähnliche Vertreter erinnern: eine Gruppe von Freunden, ein Spielleiter sowie ein mit Chips, Cola/Bier, Würfeln, Papier und Regelbüchern völlig überfüllter Tisch. Ein iOS-Pixel-RPG will den Spieler zurück in die Zeit der mit Stift und Papier bewaffneten Recken befördern. Knights of Pen&Paper trägt dieses Motto nämlich nicht nur im Namen, sondern selbigem auch in Sachen Gameplay Rechnung.

Ein Videospiel kann niemals einen amtlichen Abend mit Freunden, Würfeln und “Advanced Dungeons & Dragons” oder”Das Schwarze Auge” ersetzen. Der Sache am nähesten kam seiner Zeit wohl Neverwinter Nights für den PC. Unzählige Stunden habe ich damit verbracht, eigene Abenteuer, gescriptete Dialoge und Quests sowie eine komplette Welt (RIP Flux Eternum) im Editor zu erstellen, mich als Dungeon Master einzuloggen oder selbst auf Abenteuer zu gehen. Doch ich schweife ab… Zurück zu Knights of Pen&Paper. Das Game bedient sich des Szenarios einer Gruppe Spieler und eines Spielleiters, die an einem Tisch sitzen und mit Hilfe ihrer Fantasie eine Geschichte entstehen lassen.

Die richtige Einrichtung zählt

Dem Spieler stehen unterschiedliche Kampagnen zur Verfügung und nach der Wahl eines Szenarios gilt es erstmal, die Plätze am Spieltisch zu besetzen. Bis zu fünf Abenteurer vom Hipster bis zum Pizza-Lieferanten können gegenüber des Spielleiters Platz nehmen. Jeder dieser Spielertypen bietet eine passive Fähigkeit wie geringere Wiederbelebungskosten für den Charakter oder aber 10 Prozent mehr Erfahrungspunkte. Für jeden Spieler wählt man dann noch einen Charakter aus – zum Beispiel Magier, Kämpfer, Druide, Dieb oder Paladin.

Schön umgesetzt haben die Entwickler die Koexistenz von Wohnzimmer-Welt und Spiel-Welt. Man kann in Abenteuern erwirtschaftes Gold nicht nur für bessere Waffen, Tränke und Rüstungen ausgeben, sondern auch, um das virtuelle Wohnzimmer aufzuhübschen. Regelbücher, unterschiedliche Teppiche, ein Arcade-Automat und ähnliches sorgen nicht nur für eine gemütlichere Atmosphäre, sondern resultieren auch in bleibenden Effekten, die sich auf das Spielgeschehen auswirken. Der Tisch mit der Spielgruppe ist immer im Vordergrund. Befinden sich die Spieler mal nicht “In Character” ist das Wohnzimmer die Umgebung, treiben sie die Geschichte voran, wechselt der Hintergrund entsprechend. So findet sich der Spieltisch beispielsweise mal mitten in Lava, mal in einer dunklen Höhle und mal mitten auf dem Marktplatz einer Stadt.

Rundenbasiert mit einer Prise Humor

Das Game selbst läuft rundenbasiert ab. Erfahrungspunkte für Levelanstiege gibt es sowohl für das erfolgreiche Abschließen von Quests als auch für das Massakrieren von Monstern. Insgesamt zeugen sowohl das Spielgeschehen als auch die Dialoge zwischen Dungeon Master und Spielern von Humor. So zum Beispiel, wenn sich die Spieler beschweren, dass sie zum gefühlt hundersten Mal ein bestimmtes Dorf besuchen müssen, oder dass es nicht genug Gold für den Abschluss eines Abenteuers gibt. Leider hat die Sache mit der Lokalisierung nicht zu hundert Prozent geklappt, so dass man schon mal über den ein oder anderen Satz stolpert, der nicht ganz rund ist.

Nicht nur für RPG-Nerds

Auch ohne ein Faible für Würfel, Rettungswürfe, Charakterbögen und Spielleiter aus Fleisch und Blut bietet Knights of Pen&Paper (das im Übrigen auch für Android erhältlich ist) jede Menge liebenswerte Spiel-Elemente. Die Pixelgrafik ist knuddelig und gelungen, der Humor wirkt nicht aufgesetzt und es gibt jede Menge Gegenstände, Monster und Quests. An gewissen Punkten muss der Spieler ein wenig zu sehr Grinden, wenn er IAP vermeiden will – allerdings hat mich das persönlich nicht gestört. Das Spiel funktioniert auch ohne den Kauf von In-Game-Währung gut.