N.O.V.A. 3: Ballermann

N.O.V.A. 3: Ballermann

Obwohl N.O.V.A. 3 vieles besser kann als der erste Teil, konnte es mich nicht motivieren, es zu Ende zu spielen. Letzten Endes kommt es eben doch nicht auf die Grafikqualität oder die Kompliziertheit der Story an, sondern ob einem das eigentliche Spiel gefällt: das was man zu tun hat und wie man es tun kann.

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Den zweiten Teil von N.O.V.A. habe ich ausgelassen, schon weil ich nichts Besonderes darüber in den App Store Kommentaren lesen konnte. Beim dritten Teil aber interessierte mich, wie groß und an welcher Stelle wohl die Fortschritte gegenüber dem ersten Teil sein würden.

Tatsächlich ist N.O.V.A. 3 in Sachen Grafik und Umfang ein ganz anderes Kaliber (haha). Erstaunlich, dass es sogar auf meinem inzwischen betagt wirkenden iPad 1 noch läuft. Man muss sich allerdings auf zahlreiche und lange Ladezeiten einstellen und dass es auch Stellen mit so viel Ruckelei gibt, dass man an dem betreffenden Punkt nur mit Glück weiterkommt.

Krude Story, viel “Baller, Baller”

Abwechslung wie in diesem Fall der Ritt in einem "Mech" ist eher selten. Und selbst hier geht es ausschließlich um "Baller, Baller".
Über die Hintergrundstory des Spiels kann ich nicht viel sagen. Ehrlich gesagt finde ich sie auch nicht wichtig. Sie wird allerdings ziemlich ausführlich in teils nervig langen Dialogen breitgetreten. In meinen Augen ist sie vor allem wirr und es ändert auch nichts an dem, was man spielerisch zu tun hat.

Was sich im Spielverlauf ändert sind die Umgebungen, durch die man sich bewegt – die Bewegung selbst und die Herausforderungen bleiben gleich. Nett ist, dass man zwischendurch auch einmal ganz andere Aufgaben bekommt und beispielsweise mit einem Geländewagen oder einem “Mech” unterwegs ist. Letztlich geht es aber auch dann hauptsächlich um “Baller, baller”, wie auch schon in Teil 1.

Nur selten kommt einmal Taktik hinzu, also dass man sich beispielsweise anschleicht und erst Gegner per Scharfschützengewehr niederstreckt, bevor man weitermacht. Ansonsten rennt man die ganze Zeit hurtig in sein Verderben und muss zusehen, dass man möglichst schnell die passende Waffe auswählt und alles niedermäht, was sich einem in den Weg stellt (Protipp: großes Monster = große Waffe, kleines Monster = kleine Waffe).

Neu: Gegner nicht mehr total bescheuert

Positiv im Vergleich zu Teil 1 fällt auf, dass sich die Gegner nicht ganz so bratpfannendämlich anstellen. In Teil 1 kann es beispielsweise sein, dass einem in der Ferne drei Gegner nebeneinander gegenüberstehen, die man dann ganz in Ruhe nacheinander abschießen kann. Es interessiert sie nicht eine Sekunde, dass der Kamerad neben ihnen gerade niedergeschossen wurde. Brav bleiben sie stehen und warten auf ihren eigenen Kopfschuss. Das ist in Teil 3 nicht mehr ganz so, aber mit Logik hat das Verhalten der Gegner trotzdem nur begrenzt zu tun. Je weniger man die Spielmechanik für realistisch hält, desto eher meistert man so manche Situation. Auf Gegner, die in Deckung gegangen sind, kann man beispielsweise oftmals problemlos zurennen, hinter ihre Deckung spazieren, sie in Ruhe anvisieren und umnieten.

Ansonsten muss man eben zusehen, dass man sich viel bewegt oder in Deckung geht, um nicht selbst getroffen zu werden.

Alles in allem wurde mir das Spiel mit der Zeit zu stupide. Immer neue Gegnerhorden niedermähen – jo. Die Schwierigkeit steigert sich, in dem sich Zahl und Größe der Monster steigert – jo.

Frustfaktoren Steuerung und Speicherpunkte

Hinzu kam bei mir als Frustbringer, dass die Steuerung eben nicht so zuverlässig funktioniert, wie ich mir das wünschen würde. Das ist bekanntlich eine Herausforderung für alle Spieleentwickler, wenn es um Touchscreen-Geräte geht. Es fehlt bei N.O.V.A. 3 zum Beispiel die Möglichkeit, die passende Waffe mit einem einzigen Tastendruck auszuwählen. Stattdessen muss man immer in dem entsprechenden Steuerelement rechts oben auf dem Bildschirm hin- und herwischen, bis man bei dem angelangt ist, was man haben will. Manchmal ist man dann aber schon längst am Boden – ätzend. Gesteuert wird mit Controllern auf dem Bildschirm, die man auch in hektischen Situationen entsprechend treffen muss, was gerade bei den kleinen Spezialkontrollen wie “Rennen” schwierig ist, die man gern dann erwischt, wenn man es nicht wollte und umgekehrt.

Hinzu kommt, dass die Speicherpunkt immer mal wieder gern weit auseinanderliegen, so dass man mehrere bereits bestens bekannte Handgriffe immer wieder durchlaufen muss, nur weil man noch nicht rausgefunden hat, wie man denn das Monster am Ende niederstreckt. Mich begeistert so etwas nicht.

Eine Art Fazit

Wie eingangs erwähnt: Von Grafik und Umfang her ist das Spiel wirklich erstaunlich. Man lädt sich auch immerhin 1,5 GB aufs iPad. Und wenn ich eine Möglichkeit hätte, auf das Geballer zu verzichten und den Rest des Spieles nur zu durchwandern, würde ich das sogar machen. So aber habe ich es sein gelassen. Bei mir hatte sich der Frustfaktor auf halber Strecke einfach zu weit gesteigert (Steuerung + Ruckler + stupide Aufgabe + Speicherpunkte = och nööö).

Wer vor allem das Geballer sucht, wird reichlich bedient. Wer auch ein bisschen auf Taktik steht, eher nicht. Und wer ein iPad 1 hat, sollte Geduld mitbringen wegen der Ladezeiten und so mancher Ruckelsituationen.

In den App-Store-Kommentaren wird übrigens der Mehrspielermodus sehr gelobt. Vielleicht probiere ich den irgendwann auch noch aus und aktualisiere den Artikel hier entsprechend. Inzwischen ist N.O.V.A. 3 bei mir allein schon aus Platzgründen vom iPad geflogen…

Wird das Spiel für 0,79 Euro angeboten, ist es übrigens keine Frage, dass man es sich ansehen sollte. Für das Geld gibt’s ja unterwegs nicht einmal einen Kaffee. Zudem ist eine Universal-App für iPhone/iPod touch und iPad. Beim regulären Preis von 5,49 Euro ist es dann schon eher eine Geschmacksfrage, ob es sich für einen lohnt oder nicht.

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