Uplink: Hacker-Simulation mit Retro-Ästhetik

Uplink: Hacker-Simulation mit Retro-Ästhetik

Admins, UNIX-Gurus und Netzwerkspezialisten weggeschaut! Die Hacker-Simulation Uplink gibt es jetzt auch für das iPad. Uplink ist einer dieser Klassiker, die ich schon Jahre auf dem Zettel hatte, ohne je dazu gekommen zu sein, mir das Ganze mal wirklich anzusehen. Mit Veröffentlichung des Remakes für das iPad war es allerdings endlich an der Zeit, die Hacker-Simulation auf alle Schaltkreise zu testen.

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Uplink wurde bereits 2001 für den PC veröffentlicht, fristete schon damals ein Nischendasein und konnte dennoch bei einer eingeschworenen Gruppe von Liebhabern Kultstatus erreichen. Unter dem Strich geht es im Spiel darum, sich Zugang zu fremden Computern und Netzwerken zu verschaffen und dort bestimmte Aufträge zu erfüllen. So gilt es zum Beispiel, vertrauliche Daten zu kopieren, Forschungsberichte zu löschen, Zeugnisse zu fälschen oder auch Einträge im Strafregister zu löschen.

Ghost in the Wires

Experten wird Uplink sicher nicht realistisch genug sein, aber einige Details machen das Spiel für alle anderen dennoch glaubhaft genug. Man kann sein Gateway mit neuen CPUs, mehr Speicher und anderer Hardware verbessern. Darüber hinaus bietet Uplink viele nützliche Tools wie Trace-Tracker, Passwort-Knacker oder auch Verschlüsselungsprogramme. Das mit erfolgreichen Hacks verdiente Geld, sollte man unbedingt in diese Werkzeuge anlegen, denn wird man entdeckt, leugnet der Konzern über den man sein Aufträge erhält, die Existenz des Spielers. Aus diesem Grund gilt es, die eigenen Spuren auf dem Zielsystem bestmöglich zu beseitigen. Hierzu pfuscht der Spieler am Besten in den Log-Dateien des gehackten Systems herum, damit der Admin nicht misstrauisch wird. Um ein System unbemerkt zu kompromittieren sollte man seine Verbindung über Server auf der ganzen Welt umleiten. Zwar kommen im Verlauf des Spiels immer neue Hacker-Tools hinzu, aber nach einiger Zeit wiederholt sich leider zumindest das Vorgehen beim Eindringen in fremde Rechner. Dennoch kann sich ein simpler Hack auch später zu einem spannenden Wettlauf gegen die Schutzmechanismen des Zielsystems entwickeln.

Immersion

Ohnehin versteht Uplink es vortrefflich, den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Das liegt unter anderem auch daran, dass das User Interface überzeugend umgesetzt wurde. Die gesamte Spielmechanik wird durch einen glaubhaften Realismus versteckt. Das fängt schon direkt beim ersten Starten des Spiels an, wenn man bei der Uplink Corporation – einer Organisation, die viele freiberufliche Hacker beschäftigt – anheuert. Alle Menüs und sogar das Tutorial geben dem Spieler von Anfang an das Gefühl, sich nicht in einer fiktiven Spielwelt zu befinden.

Auf Screenshots mag Uplink unsexy und komplex wirken. Allerdings hat man die Grundprinzipien des Spiels in nur wenigen Minuten erlernt. Die ersten Missionen sind eine gute Einführung in die Mechanismen von Uplink. Es gilt, entweder für ein Unternehmen, den Mainframe eines Konkurrenten zu hacken und dort eine bestimmte Datei zu löschen, oder für einen Geschäftsmann in die zentrale akademische Datenbank einzudringen und ihm ein Diplom zu verschaffen.

Hack Away

Hat der Spieler sich mit den grundlegenden Hacker-Tools vertraut gemacht, steht ihm die Welt offen. In die Systeme einer Bank eindringen und den eigenen Kontostand aufbessern? Kein Problem – jedoch sollte man nicht zu übermütig werden, denn sonst ist die Hackerkarriere ganz schnell vorbei und man darf bei Null anfangen. Es gibt in Uplink auch eine Story, die sich in E-Mails und auf Message-Boards weiterentwickelt. In wie weit der Spieler selbst in den Plot eingreift, bleibt ihm dabei selbst überlassen. Man kann die Hintergrundgeschichte sogar vollkommen ignorieren und sich einfach dem Erklimmen der internen Uplink-Corporation-Rangliste widmen, um der beste Hacker der Organisation zu werden.

Wer‘s braucht

Uplink wird auch auf dem iPad nicht aus seinem Nischendasein ausbrechen. Dafür ist das Spiel einfach nicht massentauglich genug. Wer sich allerdings für Romane und Filme wie Tron oder Wargames begeistern kann, der sollte sich die Hacker-Simulation in jedem Fall ansehen. Auch wenn das Original bereits mehr als zehn Jahre auf dem Buckel hat, funktioniert die minimalistische Ästhetik meiner Meinung nach auch heute perfekt. Wer ein noch realistischeres Spielerlebnis sucht, sollte sein iPad mit einer Bluetooth-Tastatur verbinden und damit drauf los hacken.